Was RailCast mit Bahn-Daten macht
Vom Abfragen bis zur Auswertung. Die Zahlen zum Vorhersagemodell stammen aus dem aktuellen Test mit vergangenen Daten und stehen hier zusammen mit seinen Grenzen.
Vier Schritte, einfach erklärt
1. Sammeln
RailCast fragt veröffentlichte Bahn-Meldungen und Fahrpläne regelmäßig ab. Jede Antwort bekommt eine Empfangszeit.
2. Speichern
Die Antworten bleiben als Verlauf erhalten. Eine spätere Änderung überschreibt die frühere Beobachtung nicht.
3. Auswerten
Aus den Beobachtungen entstehen Tageswerte, Bahnhofsseiten und ein rückblickender Modellvergleich. Fehlende Werte bleiben unbekannt.
4. Zeigen
Die Website erklärt die Ergebnisse mit Zahlen und Tabellen. Eine Bahn-Schätzung wird dabei nicht als tatsächliche Abfahrt ausgegeben.
Was RailCast zählt
Auf jeder Seite mit Zahlen steht der Block „So ist das gemessen“. Er verweist auf diese Begriffe.
- Halt
- Ein Zug an einem Messpunkt mit planmäßiger Abfahrt. Zu jedem Halt speichert RailCast eine Zeile und aktualisiert sie bei neuen Abrufen. Wiederholte Abrufe zählen deshalb nicht mehrfach. Ein Zug, der an mehreren Messpunkten hält, zählt an jedem einmal. Seine Halte sind nicht unabhängig voneinander: Ein verspäteter Zug ist an mehreren Messpunkten verspätet. „Abfahrt“ und „Halt“ meinen auf der Website dasselbe.
- Stand und Beobachtung
- Ein Stand ist eine gespeicherte Änderung der Zeitangabe oder des Ausfalls zu einem Halt, mit der Uhrzeit des Abrufs. Ändert sich zwischen zwei Abrufen nichts, entsteht kein neuer Stand. Die Zahl der Stände ist keine Zahl von Halten oder Fahrten. RailCast braucht die Stände für die Frage, wie früh etwas in der Anzeige stand.
- Zeitraum und Zeitzone
- Die Befunde der Startseite, die Bahnhofsseiten, die Monatsberichte und die Dateien unter „Daten verwenden“ rechnen in Kalendertagen nach deutscher Ortszeit (Europe/Berlin). Ein Halt gehört zu dem Tag, an dem der Zug laut Fahrplan abfahren sollte. Die Seite „Auswertungen“ geht dagegen nach dem Zeitpunkt, an dem RailCast einen Halt oder eine Meldung zum ersten Mal gespeichert hat, gemessen in UTC. Berechnungszeiten wie „Berechnet“ stehen in deutscher Ortszeit.
- Schätzung und letzter Stand
- Zu einem Halt meldet die Bahn eine aktuelle Zeit. RailCast speichert sie als Schätzung. Der letzte gespeicherte Stand eines Halts ist die zuletzt gemeldete Zeit. Ob sie noch eine Prognose oder schon die tatsächliche Abfahrtszeit ist, steht nicht in den Daten; RailCast misst keine Abfahrt selbst. Als Prognose gilt auf den Seiten, was die Anzeige zu einem früheren Zeitpunkt meldete. Die Befunde vergleichen sie mit dem letzten Stand.
- Ausfälle und fehlende Werte
- Ausgefallene Halte stehen nicht in den Pünktlichkeitsquoten, sie werden getrennt gezählt. Fehlt zu einem Halt die Zeitangabe, bleibt er in der Zahl der geplanten Halte, geht aber nicht in Pünktlichkeit, typische Verspätung und Verteilung ein. Eine Ausfallquote zeigt RailCast nur, wenn die Bahn bei mindestens 50 % der geplanten Halte und bei mindestens 100 Halten einen Abfahrtsstatus gemeldet hat. Sonst zeigt die Seite keine Quote, auf den Bahnhofsseiten nur die Zahl der gemeldeten Ausfälle. In den Befunden der Startseite gilt: Lag bis zu einem Zeitpunkt keine Meldung vor, zählt die Anzeige als Planzeit.
- Abdeckung
- Die Datenabdeckung eines Messpunkts ist der Anteil der geplanten Halte, zu denen eine auswertbare Zeitangabe gespeichert ist. Halte, die RailCast nie gesehen hat, kommen in keiner Zahl vor. Ein Messpunkt, der erst später hinzukam, hat im 7- und 30-Tage-Fenster seiner Bahnhofsseite nur ab seinem ersten gespeicherten Halt Werte.
- Auswahl der Messpunkte
- RailCast beobachtet eine festgelegte Auswahl von Bahnhöfen, keine Zufallsstichprobe. Die Zahlen gelten für diese Messpunkte, nicht für alle Bahnhöfe und nicht für das ganze Netz der Bahn. Große Bahnhöfe haben mehrere Messpunkte, die einzeln zählen. Die Zahl der Messpunkte ist im Lauf der Zeit gewachsen, Zeiträume mit unterschiedlicher Zahl sind deshalb nur bedingt vergleichbar.
Der aktuelle Modelltest
Der Test fragt rückblickend: Wie gut hätte das Modell die Abfahrtsverspätung geschätzt, wenn es nur die Informationen gekannt hätte, die T−60 vorlagen, also 60 Minuten vor der geplanten Abfahrt? Das ist eine Nachrechnung. Sie zeigt, wie sich das Modell in diesem Zeitraum verhalten hätte. Vorhersagen, die damals tatsächlich vorab erstellt wurden, lassen sich daraus nicht ableiten.
Modellstand erstellt
Testfenster: 01.09.2026, 02:04 Uhr bis 06.09.2026, 02:00 Uhr.
Verglichen wird jeweils mit der zuletzt gespeicherten Bahn-Schätzung. Sie zählt nur, wenn die
Abfahrt am 07.09.2026, 14:30 Uhr schon mindestens 24 Stunden zurücklag.
| Angabe | Wert | Was das heißt |
|---|---|---|
| Mittlerer Fehler (MAE) | 2,866 min | So weit lag das Modell im Durchschnitt neben der zuletzt gespeicherten Bahn-Schätzung. |
| Typischer Fehler (Median) | 1,00 min | Bei der Hälfte der Schätzungen war der Fehler höchstens so groß. |
| Testmenge | 70.161 | Auswertbare Abfahrts-Schätzungen im Testfenster. |
| Bahn-Schätzung vorhanden | 43,6 % | So oft lag zum Zeitpunkt T−60 schon eine gespeicherte Bahn-Schätzung vor. |
| Vorsprung vor der Bahn | 10,1 % | So viel kleiner war der mittlere Fehler als beim Bahn-Wert, über alle auswertbaren Halte. |
| Version der Eingangsdaten | railcast.features.asof.v3 | Das Modell nutzt nur Angaben, die zum Zeitpunkt T−60 schon bekannt waren. |
| Auswahl | Halte | Fehler Modell (MAE) | Fehler Bahn (MAE) |
|---|---|---|---|
| Alle auswertbaren Halte | 70.161 | 2,866 min | 3,188 min |
| Nur Halte mit Bahn-Wert bis T−60 | 30.582 | 3,771 min | 4,079 min |
Als Bahn-Wert gilt die letzte Bahn-Schätzung, die bis T−60 gespeichert war. Fehlt sie, rechnet die erste Zeile mit null Minuten Verspätung. Das ist eine Annahme für den Vergleich. Die Zahlen gelten nur für dieses Testfenster und diese Auswahl.
Zum Nachlesen: Details zum Modelltest · Daten zum Modelltest · Früherer Modelltest
Grenzen des Tests
- Der Test ist eine rückblickende Nachrechnung. Ob ein Fahrplanstand zum Zeitpunkt T−60 schon bekannt war, ist nicht für jeden Halt gespeichert. Teils wurde es aus dem Zeitpunkt erschlossen, zu dem der Fahrplan abgerufen wurde.
- Jeder Messpunkt im Test kam schon in den Daten vor, aus denen das Modell gelernt hat. Ob es an ganz neuen Messpunkten genauso gut schätzt, ist damit nicht belegt.
- Eine Bahn-Schätzung ist eine gemeldete Zeitänderung. Sie bestätigt nicht, dass der Zug tatsächlich angekommen oder abgefahren ist.
- Mit diesem Test nicht geprüft sind ein Frühwarnmodell für Zugausfälle und eine aktuelle Ablation, also ein Vergleich, wie viel einzelne Gruppen von Eingangsdaten zum Ergebnis beitragen.
- Ergebnisse früherer Modellläufe sind nicht direkt vergleichbar, wenn sich die Daten oder die Definition der geschätzten Größe geändert haben.
Begriffe erklärt
- MAE
- Der mittlere absolute Fehler. Er sagt, um wie viele Minuten eine Schätzung im Durchschnitt von der zuletzt gespeicherten Bahn-Schätzung abwich, egal in welche Richtung. Kleinere Werte sind besser.
- T−60
- Der Blickpunkt 60 Minuten vor der geplanten Abfahrt. Das T steht für den betreffenden Abfahrtszeitpunkt.
- IRIS
- Die öffentliche Schnittstelle der Bahn, die je Bahnhof Fahrplan, Änderungen und Meldungen ausgibt (im DB API Marketplace „Timetables“). App, bahn.de und Bahnsteiganzeiger zeigen dieselbe Reisendeninformation über eigene Wege und können davon abweichen.
- DELFI
- Der Verein, der den deutschlandweiten Sollfahrplan bereitstellt. RailCast nutzt ihn für Umsteigezeiten und Linienverläufe, Lizenz CC-BY.
- EVA
- Die Kennnummer, unter der die Bahn einen Bahnhof oder einen Bahnhofsteil führt. Ein großer Bahnhof kann mehrere EVA-Nummern haben, zum Beispiel für seine Tiefebene. Auf dieser Website heißt jede davon Messpunkt.
- Bahn-Schätzung
- Eine von der Bahn gemeldete geänderte Zeit. Sie ist nützlich für den Vergleich, aber kein Beweis für eine tatsächliche Abfahrt.
- Auswertbar
- Eine gespeicherte Abfahrts-Schätzung mit eindeutiger Zuordnung. Fehlt die Information, zählt RailCast sie nicht als pünktlich.
Technische Details
Die Sammlung läuft in getrennten Arbeitsschritten. Empfangszeit, Datenzeitraum und Modellstand werden getrennt aufbewahrt. So bleiben spätere Korrekturen sichtbar, und Auswertungen lassen sich wiederholen.
Was wird gespeichert?
Planstände, Meldungen, Ankunfts- und Abfahrtsstatus, Gleise und Laufwege werden als Beobachtungen abgelegt. Wiederholte Antworten sind erlaubt. Ein fehlender Status bleibt unbekannt, und eine zurückgenommene Absage wird als neue Beobachtung gespeichert.
Wie werden Zeitbezüge geprüft?
Auswertungen verwenden nur Informationen, die zum jeweiligen Prognosezeitpunkt verfügbar waren. Nachträgliche Wetterdaten, Ereignisse und finale Zustände werden aus dem historischen Modelltest ausgeschlossen, wenn sie damals noch nicht bekannt waren.
Wo stehen Daten zum Nachlesen?
Unter Daten verwenden stehen die Bahnhofsstatistiken als Dateien zum Weiterverarbeiten. Monatsberichte erklären abgeschlossene Zeiträume in Alltagssprache.